Sunday, September 27, 2015

Hvammsvirkjun – ein Grosskraftwerk in blühender Landschaft

Die Pläne für das Wasserkraftwerk Hvammsvirkjun sehen vor, dass die Þjórsá etwa 6 Kilometer oberhalb von Árnes im Þjórsádal gestaut werden soll. Hier entsteht dann die Talsperre Hagalón, die das Tal unter Wasser setzt und auch Teil der Landstrasse vereinnahmt. Das Wasser der Þjórsá soll zum unterirdischen Maschinenhaus im Skaðsfjall am Ostufer des Flusses geleitet werden. Etwa 3 Kilometer oberhalb von Árnes fliesst es dann wieder in den Fluss.
Die Auswirkungen des Kraftwerks Hvammsvirkjun auf Umwelt und Gemeinschaft im Þjórsádal sind weitaus grösser als die Kraftwerksbetreiber glauben machen wollen. Daher ist es dringend notwendig, dass ein neues Umweltgutachten für das Kraftwerk erarbeitet wird.

Hvammsvirkjun, :
  • Geplanter Umfang: 93 MW
  • Energieertrag:  735 Gwst./Jahr (orkuvinnsla)

Artikel und Webseiten
:
  • Artikel der Flussanwohner der Þjórsá, der aufzeigt, wie Landsvirkjun Ökosystem und Umwelt in Gefahr bringt
  • Im Web: Es gibt kein Umweltgutachten für das Hvammsvirkjun!
  • Webseite von Landsvirkjun um Hvammsvirkjun

Gesteinsstaub – die neue Gefahr aus Talsperre und Flussbett

Die Þjórsá ist ein Gletscherfluss und führt daher grosse Mengen von Schlamm und Sand aus dem Gletscherbereich im Hochland mit sich. Schon jetzt ist vorhersehbar, dass aus der Talsperre und dem alten Flussbett für alle Zeiten vulkanischer Gesteinsstaub über den Bezirk und möglicherweise über ganz Südisland niedergehen wird. Es gibt keine Möglichkeit, Sandstürme, Gesteinsstaub und Erosion an Talsperrenufer und im alten Flussbett zu verhindern.
Landsvirkjuns Ideen, das abgelagerte Material regelmässig mit LKWs abzutransportieren, oder das flüchtige Material mit Bitumen zu binden, sind unrealistisch bzw. bergen zusätzliche Umweltrisiken in sich.

Der Ort Árnes mit Kindergarten und Schule liegt nur 3 Kilometer vom alten Flussbett und 6 Kilometer von der geplanten Talsperre entfernt. Mit jedem für die Region üblichen Nord- oder Ostwind wird sich der feine Gesteinsstaub über den Ort legen. Das schwarze Material ist so feinkörnig, dass ein leichter Wind von 4 Metern pro Sekunde ausreicht, um es aufzuwirbeln. Mit den Jahren sammelt sich immer mehr Gletscherschlamm und Sand rings um die Talsperre an. Die Luftqualität in der Region wird sich durch die Staubbelastung verschlechtern.

Lachs in Gefahr

Das Kraftwerk gefährdet auch die Lebensbedingungen des grössten Lachsbestandes im Nordatlantik. Wanderrouten der Fische werden abgeschnitten, Laich- und Brutplätze zerstört. Die kraftwerksbedingten Gezeiten im Fluss haben ebenso wie betriebsbedingte Störungen im Kraftwerk ernsthafte und irreparable Konsequenzen für den Bestand. Niemand ist in der Lage, zu garantieren, dass die geplanten Gegenmassnahmen greifen.

Naturschutzgebiet Videy (Minnanúpshólmi)
Das Inselchen Viðey liegt mitten in der Þjórsá vor der geplanten Talsperre. Noch geniesst die unter Naturschutz stehende Insel den natürlichen Schutz des Wassers – sie ist nur für Vögel erreichbar. Mit Errichtung des Hvammsvirkjun und einem Austrocknen des Flussbettes wird die Insel für Mensch und Vieh begehbar sein, was weitreichende Auswirkungen auf die so besondere Pflanzenwelt Viðeys haben wird.

Auswirkungen auf Gemeinschaft und Arbeitsleben

  • Verschlechterte Wohnbedingungen können zu Landflucht aus der Region führen
  • Wertverlust von Immobilien, manche könnten unverkäuflich werden
  • Investitionsbremsen oder Stillstand in Landwirtschaft und Fremdenverkehr
  • Schlechte Luftqualität kann Landwirtschaft, Alltag und Schulbetrieb schwer beinträchtigen
  • Rückgang des Tourismus im Raum Þjórsá und in der Region
  • Isländische Urlauber und Sommerhausbewohner wandern ab

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