Die
Pläne für das Wasserkraftwerk Hvammsvirkjun sehen vor, dass die
Þjórsá etwa 6 Kilometer oberhalb von Árnes im Þjórsádal
gestaut werden soll. Hier entsteht dann die Talsperre Hagalón, die
das Tal unter Wasser setzt und auch Teil der Landstrasse vereinnahmt.
Das Wasser der Þjórsá soll zum unterirdischen Maschinenhaus im
Skaðsfjall am Ostufer des Flusses geleitet werden. Etwa 3 Kilometer
oberhalb von Árnes fliesst es dann wieder in den Fluss.
Die
Auswirkungen des Kraftwerks Hvammsvirkjun auf Umwelt und Gemeinschaft
im Þjórsádal sind weitaus grösser als die Kraftwerksbetreiber
glauben machen wollen. Daher ist es dringend notwendig, dass ein
neues Umweltgutachten für das Kraftwerk erarbeitet wird.
Hvammsvirkjun,
:
- Geplanter Umfang: 93 MW
- Energieertrag: 735 Gwst./Jahr (orkuvinnsla)
Artikel und Webseiten:
- Artikel der Flussanwohner der Þjórsá, der aufzeigt, wie Landsvirkjun Ökosystem und Umwelt in Gefahr bringt
- Im Web: Es gibt kein Umweltgutachten für das Hvammsvirkjun!
- Webseite von Landsvirkjun um Hvammsvirkjun
Gesteinsstaub – die neue Gefahr aus Talsperre und Flussbett
Die
Þjórsá ist ein Gletscherfluss und führt daher grosse Mengen von
Schlamm und Sand aus dem Gletscherbereich im Hochland mit sich. Schon
jetzt ist vorhersehbar, dass aus der Talsperre und dem alten
Flussbett für alle Zeiten vulkanischer Gesteinsstaub über den
Bezirk und möglicherweise über ganz Südisland niedergehen wird. Es
gibt keine Möglichkeit, Sandstürme, Gesteinsstaub und Erosion an
Talsperrenufer und im alten Flussbett zu verhindern.
Landsvirkjuns
Ideen, das abgelagerte Material regelmässig mit LKWs
abzutransportieren, oder das flüchtige Material mit Bitumen zu
binden, sind unrealistisch bzw. bergen zusätzliche Umweltrisiken in
sich.
Der
Ort Árnes mit Kindergarten und Schule liegt nur 3 Kilometer vom
alten Flussbett und 6 Kilometer von der geplanten Talsperre entfernt.
Mit jedem für die Region üblichen Nord- oder Ostwind wird sich der
feine Gesteinsstaub über den Ort legen. Das schwarze Material ist so
feinkörnig, dass ein leichter Wind von 4 Metern pro Sekunde
ausreicht, um es aufzuwirbeln. Mit den Jahren sammelt sich immer mehr
Gletscherschlamm und Sand rings um die Talsperre an. Die Luftqualität
in der Region wird sich durch die Staubbelastung verschlechtern.
Lachs
in Gefahr
Das
Kraftwerk gefährdet auch die Lebensbedingungen des grössten
Lachsbestandes im Nordatlantik. Wanderrouten der Fische werden
abgeschnitten, Laich- und Brutplätze zerstört. Die
kraftwerksbedingten Gezeiten im Fluss haben ebenso wie
betriebsbedingte Störungen im Kraftwerk ernsthafte und irreparable
Konsequenzen für den Bestand. Niemand ist in der Lage, zu
garantieren, dass die geplanten Gegenmassnahmen greifen.
Naturschutzgebiet
Videy (Minnanúpshólmi)
Das
Inselchen Viðey liegt mitten in der Þjórsá vor der geplanten
Talsperre. Noch geniesst die unter Naturschutz stehende Insel den
natürlichen Schutz des Wassers – sie ist nur für Vögel
erreichbar. Mit Errichtung des Hvammsvirkjun und einem Austrocknen
des Flussbettes wird die Insel für Mensch und Vieh begehbar sein,
was weitreichende Auswirkungen auf die so besondere Pflanzenwelt
Viðeys haben wird.
Auswirkungen auf Gemeinschaft und Arbeitsleben
- Verschlechterte Wohnbedingungen können zu Landflucht aus der Region führen
- Wertverlust von Immobilien, manche könnten unverkäuflich werden
- Investitionsbremsen oder Stillstand in Landwirtschaft und Fremdenverkehr
- Schlechte Luftqualität kann Landwirtschaft, Alltag und Schulbetrieb schwer beinträchtigen
- Rückgang des Tourismus im Raum Þjórsá und in der Region
- Isländische Urlauber und Sommerhausbewohner wandern ab
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